Die Entwicklung des Crowdfundings

Crowdfunding: Entwicklung Im Jahr 1885 stand New York vor einem peinlichen Problem: Die Stadt hatte die Freiheitsstatue als Geschenk von Frankreich erhalten, doch als die Statue in Einzelteile zerlegt eintraf, fehlten New York die Gelder, um sie zusammenzusetzen und aufzubauen. Der Regierung gingen die Ideen aus und die New Yorker Bürger ergriffen die Initiative.

Mit der Unterstützung von Joseph Pulitzer und seiner Zeitung, der „New York World“, sammelte die Regierung über 100.000 US-Dollar von mehr als 160.000 Sponsoren. Dies mag, wer will, als erste nationale Crowdfunding-Kampagne sehen und 150 Jahre später muss Kickstarter noch ordentlich zulegen, um etwas, so außergewöhnlich wie die Freiheitsstatue zu hervorzubringen.

Crowdfunding hat sich zu einem der spannendsten Trends der Startup-Szene entwickelt. Dieser scheinbar irrationale Weg, Gelder aufzubringen, ist explodiert, mit tausenden Menschen, die Filme, Hardware-Produkte und selbst Firmen unterstützen.

Der Anfang von etwas großem mit Zukunft?

Von seinen bescheidenen Wurzeln ist Crowdfunding zu einer Multimilliarden-Dollar-Branche angewachsen. Unternehmen wie Crowdfunder, Indiegogo und Kickstarter haben die Kunst, der nächsten großen Idee die notwendigen Gelder einzubringen, revolutioniert und mit einer atemberaubenden jährlichen Wachstumsrate von 74 Prozent scheint es, als gibt es nichts, das „die Crowd“ nicht finanzieren kann.

Und es ist nicht nur mehr eine Handvoll Webseiten, die diesen Dienst anbieten; die Zahl der Crowdsourcing-Seiten geht in die Hunderte. Die Massen drehen durch – es wird erwartet, dass noch in diesem Jahr 2014 durch Crowdfunding ganze 5 Milliarden US-Dollar zusammenkommen.

Crowdfunding ermöglicht es einem Startup-Unternehmen, ein Produkt zu testen, Gelder zu sammeln und dann zu entscheiden, ob sie ihre bereits validierte Idee Risikokapitalgebern vorstellen. Diverse Startups haben so bereits Kampagnen gestartet, die weit über ihre Fundraising-Ziele hinausgeschossen sind, in kürzester Zeit Millionen Dollar eingebracht haben und sich zu namhaften Marken entwickelt haben.

Dies sieht nicht nach einer Modeerscheinung aus — Crowdfunding hat das Potential, den Weg, wie viele Unternehmen (insbesondere Hardware-Firmen) an das Thema Fundraising und Marketing herangehen, grundlegend zu ändern.

Mit seinem ersten Auftreten in den späten Neunzigern begann Crowdfunding als ein Weg für Künstler und Musiker, ihre Arbeit durch die Unterstützung von Freunden und Fremden zu finanzieren. Die ersten Crowdfunding-Seiten basierten auf Spenden; Vergünstigungen und Geschenke dienten als „Rückzahlung“ für gespendete Beiträge.

Indiegogo und Kickstarter haben so begonnen. Seitdem ist ein vornehmliches Künstlerprojekt zu einem voll entwickelten Finanzierungsphänomen erblüht, mit der heißesten Neuentwicklung in diesem Bereich: Investmentbasierte Fundraising-Seiten wie AngelList, Crowdfunder und Fundable, die es Menschen ermöglichen, in Startups zu investieren.

Mit der Verabschiedung des „Jumpstart Our Business Startups Act“ (JOBS Act) im Jahr 2012 in den USA können Betriebe, die Kapital benötigen, zugelassenen Anlegern im Austausch für ihren Online-Beitrag eine Teilhaberschaft in Form von Aktienkapital oder Schulden anbieten. Bald werden Unternehmer einen Anteil ihrer Firmen auch nicht zugelassenen Investoren verkaufen können und so Millionen an Privatinvestoren erreichen, deren finanzielle Unterstützung direkt in den Aufbau ihrer Startups fließt.

Investmentbasiertes Crowdfunding erfreut sich eines exponentiellen Wachstums. AngelList kann sich beeindruckender 9 Millionen US-Dollar rühmen, die allein im September 2014 investiert wurden, und im Verlauf des vergangenen Jahres haben Investitionen von „Engeln“ den konventionellen Risikokapitalmarkt um 15 Prozent (ca. 3 Mrd. US-Dollar) übertroffen.

Auch wird es zunehmend leichter, auf die Ressourcen zuzugreifen, die erklären, wie man eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne startet und pflegt. Eine Vielzahl von Artikeln und Seminaren stehen zur Verfügung, die angehenden „crowdfunded“ Geschäftsführern beibringen, wie sie den ganz großen Volltreffer landen.

Der erste „Annual Crowdfunding World Summit“ fand virtuell im Jahr 2013 statt, mit über 70 Experten, die ein umfassendes Update abgaben und die besten Praktiken im Bereich des Crowdfunding vorstellten.

Die Crowdfunding-Branche ist in nur fünf Jahren um 1.000 Prozent gewachsen. Bis Ende 2014 werden 65 Milliarden US-Dollar an Gewinnen erwartet, die der Wirtschaft zufließen, sowie 270.000 neue Stellen. Angesichts dieser Wachstumsrate wird Crowdfunding im Jahr 2020 für 500 Milliarden an Geldmitteln pro Jahr verantwortlich sein.

Was mit einer Crowdfunding-Kampagne für die Freiheitsstatue begann und zu einem Finanzierungsmittel für Künstler wurde, ist zu einem wegweisenden, etablierten Phänomen angewachsen, das verspricht, riesige Summen an Kapital für Startup-Unternehmen zu generieren, die an der nächsten revolutionären Idee arbeiten.