Crowdfunding in den USA

Crowdfunding in USAWie so viele Wellen, die aus den USA kommen, ist auch die Welle des Crowdfunding zu uns nach Europa geschwappt. Eine Welle, die kaum mehr aufzuhalten ist. Waren bei uns in den Vorjahren viele noch sehr skeptisch gegenüber dem Crowdfunding, hat es sich jetzt jedoch auch in Europa etabliert und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Die USA hat allerdings die Nase vorne, wem mag es wundern, ist es doch sehr schwer geworden, nach dem Finanzdesaster und der Immobilienblase der Vorjahre, noch Geld für Startups von den Banken zu bekommen. Dies gilt sowohl für die USA als auch für Europa.

Bei einer in Europa verlangten Besicherung von 50 % bis zu 80 % eines Bankkredites, können viele ihre Träume von einer Selbständigkeit und die Gründung einer Firma, ist die Idee auch noch so gut, in der Rundablage verschwinden lassen. Ähnlich ist die Situation in den USA, weshalb Geld von Privatpersonen per Crowdfunding immer mehr den normalen Kredit bei Banken ablöst.

Brian Camelio gründete im Jahr 2003 ArtistShare, eine Internet-Plattform und ein unabhängiges Plattenlabel. Die Idee war, dass die Fans im Voraus die Kosten für die Albenproduktionen übernehmen und als Dank dafür, Einblicke in den Schaffungsprozess erhielten bzw. daran teilnehmen konnten.

ArtistShare ist die erste Crowdfunding-Plattform für Musik. Der damalige Begriff des Fanfunding wurde auf Crowdfunding abgewandelt. Dieses neuartige Geschäftsmodell wurde aufgegriffen und auf andere Branchen ausgeweitet, wobei der Grundgedanke der gleiche geblieben ist.

Crowdfunding in den USA ist Big Business

Crowdfunding in den USA zeigt wie es geht. An die 4 Milliarden US-Dollar wurden 2013 in innovative Unternehmen per Crowdinvesting oder Crowdfunding investiert, Projekte für wohltätige Zwecke mit ca. einer Milliarde unterstützt. 2008 wurden Indiegogo und 2009 Kickstarter neben vielen anderen, der über 300 Plattformen in den USA gegründet (z.B. Rockethub, Gofundme, Razoo, Crowdrice, PledgeMusic, Sellaband, Appbackr, Crowdfunder).

Viele Plattformen haben sich spezialisiert, z.B. auf Musik, Kunst, Umwelttechnik, Forschung, Startups allgemein, usw. All diese Plattformen können auf eine hohe Zugriffsrate im Netz verweisen und die investierten Summen auf den Plattformen übersteigen überall einige Millionen US-Dollar. Und der Markt wächst, jedes Jahr um fast 80 Prozent.

Die zur Gänze finanzierten Projekte, die über die Crowdfunding-Plattformen eingereicht wurden, erreichen in den USA ca. 60 %. In Europa liegt der Anteil der zur Gänze finanzierten Projekte oder Startups bei ca. 80 % der Einreichungen. Viele Europäer investieren auch in amerikanische Firmen, deshalb gehen die Crowdfunding-Plattformen auch dazu über, die Seiten in Deutsch und anderen europäischen Sprachen zu konfigurieren.

Ist in den USA der Gedanke des Crowdfunding als nicht rückzahlbare Unterstützung noch vorherrschend, scheint sich eine Trendwende bemerkbar zu machen. Immer mehr Investoren wollen nicht nur mit einem Geschenk oder einem günstigeren Produkt bedankt werden, sondern möchten Anteile an einem Unternehmen erwerben.

Im Land der vielen Aktionäre wundert dieses Denken nicht weiter. Jedenfalls zeichnet sich ab, dass diese Investment-Systeme, ob Crowdfunding oder Crowdinvesting, die Vorläufer einer weltweiten Finanz-Revolution darstellen, bei der die Banken das Nachsehen haben werden. Direkte Finanzierungen, bei denen der Crowd weiß wohin das Geld geht bzw. wofür das Geld ausgegeben wird, sind zukunftsweisende Entwicklungen.

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